"Sie war die
Unscheinbarste, die wir kannten. Da war keine Gestalt von Größe und Macht.
" (EvFrank, 1,1)
Grundbegriffe
der Renatistik
Wer war eigentlich… Renate
Die historische Renate ist
wahrscheinlich 1957 in Puppenlappen geboren, und starb in der Nacht vom 22. auf
den 24.Mai 2000. Damals gab es noch keine Dienstage. In den Evangelien heißt es
von ihr, sie „war klein von Wuchs, trug dauergewelltes,
streßblondes Haar und eine rote Weste.“ (EvFrei 3,2) Es heißt: „Sie sprach wie ein Arbeiter,
redete viel mit den einfachen Menschen.“ (EvFrank
1,10) und „Selbstlos war ihr Tun!“ (ebd.) und „unablässig
beschäftigte sie der Transport von Gutem.“
Renate begann am Ende des
Jahrtausends zu wirken, einer Zeit, in der der Kanzler Gerhard hieß, es Dresden
noch nicht gab und der Harz von einem Hanfwald umgeben war. Die Kinder wuchsen
schnell in dieser Zeit und waren den Eltern oft eine schwere Bürde.
Mit einem „geheimnisvollen
Gefährt“ begann sie, die Lasten vieler Menschen abzunehmen, und wurde
bekannter. Den Logistikern, die in jener Zeit eine machtvolle Stellung hatten,
war sie zunächst ein Dorn im Auge, transportierte sie doch Lasten auf eine ganz
andere Weise als die herkömmliche. Sie prüften Renate, viele wurden von ihr überzeugt
(siehe EvFrank 4,21ff & 5,8ff, EvFrei 3,10ff & 12,16ff) und schlossen sich später den
frühen Renatisten an.
Zahlreiche Geschichten über
Renate wurden auch nach ihrem Tod weitererzählt und aufgeschrieben. In den
beiden Evangelien, dem Freiheitsevangelium der Renate und Frankes
Evangelium der Renate, begegnen uns diese Geschichten in geordneter Form und
wir lesen mit Staunen von all den Lasten, die Renate beispielhaft für uns
genommen hat. So z.B. in Zeldeneck, wo sie einem
schwulen Pärchen half, oder in Wiesbaden, wo sie eine schreckliche Katastrophe
am örtlichen Atomkraftwerk verhinderte. Sie rettete ein Kind aus der Oder, und
schaffte 3000 Stämme in ein Sägewerk, sie trug die Last der Mächtigen und der
Armen und machte keinen Unterschied. „Auch reiche Menschen tragen Lasten und
das wird vielfach übersehen“ (EvFrank 6,8)
Aber die Lakarier,
die bald darauf Europa in den Stillstand führten, lauerten ihr im Plänterwald in Berlin auf und folterten und töteten sie
grausam. Noch bevor sie starb, gab sie uns den Auftrag, ihr Werk
weiterzuführen. (EvFrei 12, 25f & EvFrank 8,36 ), versprach uns: „Wir
sehen uns Dienstag in Dresden!“ (EvFrank 8,42)
und auch nach dem Tod ist sie den ersten Freunden erschienen, um uns zu zeigen:
Renate lebt!
Was ist eigentlich...
eine Last?
„Grau-braun sahen sie aus,
wie alle Lasten.“ (EvFrank 3,20)
Durch die sehr materielle
Schilderung von Lasten in den Renate Evangelien, entstand der Irrglaube, man
müsse beschwerende, überflüssige Dinge in braunes Packpapier packen und in die renatistische Versammlung bringen. Lasten, die nicht in
Packpapier zu verpacken waren, gerieten aber damit aus dem Sichtfeld. Diese
aber sind es, die im täglichen Kampf gegen den Stillstand die wichtigere Rolle
einnehmen.
Im Freiheitsevangelium heißt
es: „Mit einem ganzen Berg von Sorgen, Nöten, Erlebnissen ihrer Freunde und
Bekannten, in einer Woche gesammelt, stieg Renate ins Kanu. Es schaukelte
gewaltig, nur mühsam hielt sie das Gleichgewicht.“ (EvFrei
7,33) Daß gerade diese Lasten schwer wiegen können,
kennen wir. Die sehr materielle Beschreibung von Lasten in den Renatika trägt dieser Erfahrung Rechnung. Trost finden wir
in den Worten Michael Wohlmeyers : „denn wir wissen, daß wir
aus Gnade entlastet werden, nach allem, was wir zur Entlastung beitragen
können.“ (1Nuß 6,6)
Was ist
eigentlich...
Dröseln?
„Im Dröseln liegt eine
gewisse Wonne!“ sagt uns Renate
immer wieder. Nach dem Dröselverbot in der Zeit des Stillstands und der
zunehmenden Verfehmung dröseliger
Tendenzen aus hygienischen Gründen im 22.Jahrhundert ist vielen das Phänomen
nur aus Erzählungen bekannt. Besonders erfreulich ist, daß
das angebrochene 25.Jahrhundert wieder die Lust am Dröseln entdeckt.
Dröseligkeit ist eine körperliche Reaktion, ähnlich einem
Nervenzusammenbruch, in dessen Folge man einen Großteil der Körperflüssigkeiten
verliert. Deshalb sollte man immer eine Badewanne in der Nähe haben. Schön wird
das Dröseln, wenn man es zu zweit erlebt. Dann verliert man keine Flüssigkeit
und erlebt eine sehr genußvolle Stunde.
Was ist eigentlich...
der große Lastenausgleich?
„Doch auch die Zeit des
Stillstandes wird das große Ziel, alles Gewicht der Erde so zu verteilen, daß die Kugel rund läuft, ohne mich nicht verwirklichen.“ (EvFrei 12,26)
Renate ging einen Weg, den
sie nur allein gehen konnte, und auf dem wir ihr jetzt folgen. Anja Marquardt
würde auch uns heute sagen, daß wir ihn nicht allein
gehen sollten. Wie Renate in den bittersten Stunden kurz vor ihrem Tod ihren
Freunden sagte:
„Ich habe euch viel Bewegung
auf Erden gegeben und euch die Lasten des Daseins zu nehmen gelernt.“ (EvFrank 9,13) „Rastet
nie mit Lasten! Unaufhörlich spürt die Schwere der Dinge und verteilt sie. Der
Ball läuft nicht rund, weil die Lasten ihn nicht gleichmäßig beschweren. Arbeitet
daran, das Gewicht auszugleichen. Teilt eure Lasten und sendet sie aus im Sinne
des gleichen Gewichts.“ (Ev Frank 8, 37/38)